MOBBING
BULLYING; WHISTLEBLOWING
Die wissenschaftliche Kontroverse über das Mobbingkonzept
© Heinz Leymann - file 11400d
Sprachkontrolle: Horst Kasper
Es gibt in der Psychologie, der Psychiatrie und der Sozialpsychologie einige Themen, die schon immer kontrovers diskutiert worden sind. Es ist verständlich, dass auch die Mobbingforschung von Kontroversen betroffen wird. Nur trifft sie hier auf Aspekte, die eher ungewöhnliche Seiten zeigen.
Das Überraschende ist, dass sich eine Reihe von Autoren keinesfalls in die Materie hineingearbeitet haben, aber doch Kritik verbreiten: Ardelt, Buchner und Gattinger (In Liepold: Mobbing. Kammer für Arbeiter und Angestellte für Salzburg, Österreich. Kurzstatements der Referate von 3. Juni 1993) diskutierten mit mir eine halbe Stunde lang über einer Tasse Kaffee bei meinem Besuch in Salzburg und schrieben aufgrund dieses Gespräches eine "wissenschaftliche" Kritik über das Mobbingkonzept. Hahne (in der Zeitschrift "Konfliktmanagement" 3/94) und Neuberger (in einem Buch von 1994 im Hampp Verlag: "Mobbing - übel mitspielen in Organisationen") hatten jedenfalls mein Rowohlt-Buch gelesen, was aber als Grundlage für wissenschaftliche Erörterungen viel zu wenig ist. Will man wissenschaftlich kritisieren muss man selbstverständlich die Originalliteratur beachten!
Worin besteht die Kritik? Diese und andere Kritiker meinen, das Mobbingkonzept sei theorielos. Es respektiere nicht die gruppendynamischen Theorien (1), nicht die Konflikttheorien (2), nicht die Organisationstheorien (3) und nicht die Persönlichkeitstheorien (4). Meine wissenschaftliche Qualität sei ihnen suspekt und überhaupt solle man nicht über Mobbing forschen, denn das Ganze sei sowieso nur ein ganz alter Hut - die Forschung hätte somit keine Originalität (5). Bitte Ziffer 1 bis 3 anklicken, wenn Sie mehr über die jeweilige Kritik erfahren möchten.