MOBBING-ENCYKLOPEDIA
BULLYING; WHISTLEBLOWING
Charakteristische Merkmale
der skandinavischen Arbeitsmilieugesetze
© Heinz Leymann - file 11214d
Sprachkontrolle: Agnes Ebeling
Der Grundgedanke bei der politischen Regelung der 70er Jahre war (und
ist es immer noch), daß der arbeitende Mensch nicht nur das
Recht haben sollte, seine physische Gesundheit am Arbeitsplatz zu
erhalten, sondern man sprach ihm auch das Recht zu, psychisch gesund
zu bleiben. Diese Regelung tauchte erstmalig in Schwedens Arbeitsmilieugesetz
auf, das Ende der 70er Jahre verabschiedet wurde. Norwegen und Finnland
führten diese Regelungen in den 80er Jahren ein. Dieses Ziel wurde
in Schweden noch dadurch unterstrichen, daß man einen Forschungsfond
gründete, der dann auch reichliche Mittel für psychosoziale Arbeitsmilieuforschung
zur Verfügung stellen konnte. Die Folgen waren breit angesetzte Projekte
im psychosozialen Gebiet. U. a. wurde mir dadurch damals die Gelegenheit
gegeben, eine spezielle, neu entdeckte Art der Eskalation von Konflikten
am Arbeitsplatz zu untersuchen, nämlich das, was später die Bezeichnung
Mobbing bekam.
Die Forschung über das psychosoziale Arbeitsmilieu war drei Einflüssen
ausgesetzt: Zum einen galten die Konzepte und Methoden der Arbeitsmedizin
und zum anderen die Forderungen des Betriebsgesundheitsdienstes nach praktisch
anwendbarem Wissen und den damit verbundenen Arbeitsformen. Ermöglicht
wurde dieses überhaupt nur, drittens, über die politische Willenserklärung
des damaligen schwedischen Reichstages, den Arbeiterschutz thematisch zu
erweitern.