BULLYING; WHISTLEBLOWING
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Sprachkontrolle: Agnes Ebeling
Die am meisten gestellten Fragen
(Frequently Asked Questions)
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Was meint man mit Mobbing? Mit Mobbing beschreibt man Situationen,
in denen Angestellte in Betrieben oder anderen Organisationen in feindlich
gemeinter Weise (meistens nur einem) Kollegen, Untergebenen oder Vorgesetzten
sehr oft und während langer Zeit zusetzen und diese Person viktimisieren.
Siehe Mobbingdefinition.
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Was ist der Unterschied zwischen Mobbing und einem gewöhnlichen
Konflikt? Ein Unterschied ist, daß ein Konflikt meist unter
etwa Gleichstarken ausgetragen wird. Bei Mobbing ist die betroffene Person
deutlich unterlegen. Die Unterlegenheit kristalisiert sich bei Mobbing
weiter heraus, weil der psychische Druck mit der Zeit sehr anwachsen kann
- eben weil das Mobben ständig ausgeübt wird und so lange Zeit
anhält. Siehe unter Vergleich mit Konflikt.
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Wie sieht Mobbing eigentlich aus? Man kann bei Mobbingattacken
einige Dutzend Tätigkeiten unterscheiden. Meistens ist die Handlung
selbst kein Mobbing, oft besteht die Handlung aus Verhalten, das alltäglich
und ohne Schaden ausgeführt wird. Diese Handlungen werden zu Mobbinghandlungen
durch ihre Frequenz und ihr andauerndes Vorkommen gegenüber einer
einzelnen Person. Mit diesen Handlungen will man das Ansehen des Opfers
zerstören oder die Kommunikation mit dem Opfer stören,
oder man will ihm die Durchführung seiner Arbeitsaufgaben sabotieren
oder wenigstens erschweren. Siehe unter Handlungen.
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Gibt es bestimmte Persönlichkeitsmerkmale bei Gemobbten oder
bei Mobbern? Nein, es ist äusserst selten, (eher Promille
als Prozente) dass Mobbingfälle über "diese Schiene" ausufern.
Die Ursachen für Mobbing liegen in den sehr harten sozialen Strukturen,
die an vielen Arbeitsplätzen, sowie an den Machtverhältnissen,
die in Betrieben herrschen. Siehe Persönlichkeitstheorien.
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Warum entsteht Mobbing? Die bisherige 15jährige Forschung
hat bisher hauptsächlich schwerwiegende organisatorische Schwachstellen
in Betrieben feststellen können. Dieses und Managementfehler erzeugen
Vorgaben und Stress, die zu Frust und Konflikten führen. Werden diese
Probleme nicht vernünftig angegangen (was eine Managementaufgabe ist),
dann kann ein Konflikt zu Mobbing ausufern. Siehe Mobbingverlauf
sowie unter Ursachen.
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Warum bleiben Mobbingopfer an ihrem Arbeitsplatz? Sehr viele
kündigen wirklich und suchen sich ein besseres Arbeitsmilieu. Wird
man jedoch älter, dann ist dies viel schwerer. Man muss eben dableiben,
wenn man nicht arbeitslos werden will. Selten sind unter meinen schwer
geschädigten Mobbingopfer solche, die jünger als 40 Jahre sind.
Siehe unter Symptomstatistik.
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Ist Mobbing ein persönliches Problem unter Angestellten oder
ein Managementproblem? Natürlich wird Mobbing zu einem persönlichen
Problem. Aber an einem Arbeitsplatz darf das nie zu einem "persönlichen"
Problem werden, denn zu einer störungsfreien Produktion (oder Verwaltung
etc.) ist die Zusammenarbeit nötig. Sowohl die Ursachen als auch die
Folgen von Mobbing sind eindeutig Führungsprobleme. Siehe Betriebsabsprachen.
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Ist dies ein neues Gesellschaftsproblem oder ist es schon "uralt"?
Mobbing ist gewiss schon "uralt". Es gibt dies in den verschiedensten Kulturen
und Zivilisationen. Die Forschungen von Professor Leymann und seinen Mitarbeitern
sowie seinen Nachfolgern hat dieses Verhalten jedoch erst, soweit es an
Arbeitsplätzen vorkommt, transparent und greifbar gemacht. Siehe Originalität
der Mobbingforschung.
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Aber warum wurde es dann erst so spät entdeckt? Mobbingverläufe
sind sehr langzeitige Verläufe, die oft über mehrere Jahre laufen.
Der oder die Betroffene wandern durch die verschiedensten Instanzen. Traditionelle
Hochschulforschung vermag solche Verläufe nicht ohne weiteres zu entdecken.
Es bedurfte besondere Voraussetzungen, um diese Vorgänge überhaupt
erstmalig zu entdecken. Siehe Gesellschaftliche Vorgaben.
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Kann man durch Mobbing erkranken? Leider sogar sehr schwer.
Über schwere Mobbingverläufe können schwere patologische
Angstzustände entstehen, die auch behandelt werden müssen. Siehe
Erkrankungsbild.
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Was sind die Konsequenzen für das Opfer? Im Enteffekt
kann das Berufsleben und darüber hinaus das gesamte soziale Leben
des Betroffenen zerstört werden, was zu schweren psychischen Zuständen
oder gar Erkrankungen führen kann. Siehe Erkrankungsbild.
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Was kostet das den Arbeitgeber? Der Arbeitgeber trägt
eine Reihe von Kosten. Einmal im Zusammenhang mit der Erkrankung des Betroffenen.
Er verliert Produktionszeiten, denn Mobbing kostet auch Zeit. Aber auch
der Verlust von Motivation der Angestellten an Arbeitsplätzen, die
sehr schlechtes Milieu bieten ist kostspielig. Siehe Kosten.
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Was verliert die Gesellschaft? Die Gesellschaft hat die Kosten
zu tragen, die arbeitslose oder kranke Menschen verursachen. Darüber
hinaus verliert die Gesellschaft Steuereinnahmen. Siehe unter Kosten.
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Kann man etwas gegen Mobbing tun? Ja. Sehr viel. Es gibt
eine Reihe von erprobten Massnahmen, die jedoch dem Stand des jeweiligen
Problemes angepasst werden müssen. Es gibt Beispiele für Ausbildungsprogramme,
Betriebsabsprachen, arbeitsrechtliche Verordnungen usw. Siehe Massnahmen.
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Kan der oder die Betroffene geheilt werden? Sicher, aber
es geht kaum mit herkömlichen Methoden. Ein Behandlungsverfahren muss
sich zusammensetzen aus psychologischen und medizinischen Arbeitsmethoden.
Es muss mit juristischer Arbeit verwoben werden und auch soziale Arbeitsweisen
der Lebenserneuerung beinhalten. Siehe Behandlung sowie Wiedereingliederung
sowie soziale Überlebenstechniken.
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Wie frequent ist das Mobbingproblem in der Gesellschaft?
Das Vorkommen ist unterschiedlich in den verschiedenen Gesellschaften,
in denen es untersucht wurde. Es gibt derzeitig weltweit nur eine einzige
repräsentative Querschnittsuntersuchung, die in Schweden durchgeführt
wurde. Dort ergab sich 1990, dass 3,5 der gesamten arbeitenden Bevölkerung
(nach der Mobbingdefinition) gemobbt wurden. Für Schweden gilt,
dass jeder vierte Arbeitende während seiner Berufsjahre allenfalls
einmal während mindestens sechs Monaten gemobbt werden wird. In Ländern,
wo ein eher aggressiver Ton herrscht, weisen die ersten Anzeichen auf ein
höheres Vorkommen, etwa um die 5 bis 6% herum. Ca. 1/5 der Betroffenen
scheinen sehr schwere Krankheiten zu bekommen. Für Schweden darf man
annehmen, dass 10 bis 20% aller Selbstmorde Mobbinghintergrund haben kann.
Siehe unter Epidemiologie.
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